Sport hat zwar vorwiegend gesundheitsfördernde Wirkungen. Bis an die Grenzen der Belastbarkeit betrieben, kann er aber schädliche, mitunter sogar tödliche Folgen haben. Das schwächste Glied ist oft das Herz. Für Breitensportler mit angeborenem oder erworbenem Herzdefekt kann extreme körperliche Belastung verhängnisvoll werden.

Auswirkungen von Störungen

Selbst kleine, unauffällige Störungen haben bei ihnen mitunter fatale Folgen. Das Risiko ist vor allem dann groß, wenn der Betroffene unerlaubte Wirkstoffe zur Leistungssteigerung einnimmt. Plötzliche Todesfälle bei Sportlern beruhen fast immer auf schweren Entgleisungen des Herztakts. Im schlimmsten Fall kommt es zum Herzflimmern und damit zum Stillstand der Blutzirkulation.

Mit Abstand am häufigsten beruht der plötzliche Herztod auf einer krankhaften Herzmuskelverdickung, einer sogenannten hypertrophen Kardiomyopathie. Zu den Merkmalen dieses häufigen Leidens gehören eine asymmetrische Verdickung der linken Herzkammer und eine Fehlanordnung der für die Kontraktion zuständigen Muskelproteine. Zwischen einem normalen und einem krankhaft verdicktem Sportlerherzen verläuft allerdings keine scharfe Grenze, zumal jedes Herz bei regelmäßiger Belastung kräftiger wird. Daher wird die Muskelverdickung oft spät, wenn nicht zu spät erkannt.

Es gibt freilich Verfahren, mit denen sich dieses Leiden zuverlässig identifizieren läßt. In Deutschland und vielen anderen Ländern werden diese jedoch meist vernachlässigt, wie Klaus-Peter Mellwig vom Herzzentrum Bad Oeynhausen bemängelt. So sorge nur eine Minderheit der Sportorganisationen dafür, daß ihre jungen Mitglieder eingehend medizinisch untersucht würden. 

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